Teilprojekt 4

„Rechtliche Analysen“

Hintergrund und Expertise

Vertragsnaturschutz bei der Bewirtschaftung und Pflege des Privatwaldes in Deutschland findet derzeit allenfalls in geringem Umfang statt. Bisher werden naturschutzfachliche Standards vorwiegend durch hoheitliche Instrumente, wie Schutzgebietsausweisungen und ordnungsbehördliche Verwaltungsakte durchgesetzt.

Vertragliche Abreden zum Naturschutz im Wald können zur Bewältigung der vielschichtigen ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Hemmnisse verstärkt herangezogen werden. Im Teilprojekt 4 werden die rechtlichen Grundlagen des Vertragsnaturschutzes identifiziert und die gesetzlichen Anforderungen, welche durch die Vertragsparteien zu erfüllen sind, untersucht. Hierdurch soll der rechtliche Rahmen, in welchem Vertragsnaturschutz entfaltet werden kann, abgesteckt werden und im Weiteren geeignete Handlungsempfehlungen für Vertragsnaturschutzmaßnahmen entwickelt werden.

Herangehensweise

Im Zentrum der ersten Arbeitsphase stehen die Dokumentation und die Analyse der aktuellen Bedeutung des Vertragsnaturschutzes im Bereich der Forstwirtschaft. Über eine Umfrage bei den Waldbesitzern, Naturschutzverwaltungen und Naturschutzstiftungen, sowie mittels anschließender Interviews der Stakeholder sollen Chancen und Grenzen des Vertragsnaturschutzes und die zu beachtenden Erfordernisse und Bedürfnisse ermittelt und analysiert werden.

Insbesondere wird untersucht werden, welche naturschutzfachlichen Maßnahmen derzeit im Rahmen des Vertragsnaturschutzes durchgeführt werden, welche Maßnahmen sich aus rechtlicher Perspektive für künftige Vertragsnaturschutzprogramme eignen und wer Parteien von Naturschutzverträgen sein können. Dabei wird auch gefragt, ob in welcher Hinsicht Probleme bei der Konzeption und Umsetzung von Vertragsnaturschutz für den Bereich der Forstwirtschaft auftreten und wo bisher unbekannte Potentiale für den Vertragsnaturschutz liegen.

Zusammenarbeit

Die Entwicklung von Handlungsempfehlungen für die Praxis erfordert eine enge Zusammenarbeit der einzelnen Teilprojekte, um die ökologischen, ökonomischen und rechtlichen Aspekte zusammen zu führen.

Die Einbeziehung der Akteure der Forstwirtschaft mittels der geplanten Befragungen der Waldbesitzer, Naturschutzverwaltungen und Naturschutzstiftungen, sowie die nachfolgenden Gespräche mit weiteren Verantwortlichen werden Hintergrundinformationen liefern, die gewährleisten sollen, dass die Bedürfnisse der forstlichen Praxis und ihre Anforderungen an Vertragsnaturschutz berücksichtigt werden.

Erwartete Ergebnisse

Das Teilprojekt hat sich zum Ziel gesetzt, die Potentiale des Vertragsnaturschutzes für den Bereich des Waldnaturschutz und der Forstwirtschaft aufzuzeigen und Handlungsempfehlungen für die künftige Praxis des Waldvertragsnaturschutzes auszuarbeiten.